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Ehrenamtliche Pensionäre freuen sich über erste Ausschüttung

Feuerwehrleute trafen sich zur Jahreshauptversammlung

Einsatzstatistik, Würdigung von Verdiensten und Beförderungsrunde - die Kameradinnen und Kameraden der Stadtfeuerwehr Landsberg blickten im Bürgerhaus "Zur Sonne" in Sietzsch auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Ein Großaufgebot der Landsberger Feuerwehren rückte am Freitagabend, 3. Mai 2013 im Landsberger Ortsteil Sietzsch ein. Doch es war keine groß angelegte Feuerwehrübung mitten im Ortszentrum, sondern die jährliche Hauptversammlung der Stadtfeuerwehr, die die freiwilligen Helfer in den ehemaligen Gasthof "Zur Sonne" geführt hatte. Neben Ansprachen und Jahresrückblicken gab es erstmals auch detaillierte Informationen zur Einsatzstatistik und zum Ausbildungsgeschehen. Ebenfalls unter die Redner gesellt hatte sich Landsbergs Stadtratsvorsitzender Steffen Müller. Er gehörte auch zu den Gratulanten, die erstmals mit der Landsberger Variante der "Feuerwehrrente" zwei altgediente Kameraden aus dem aktiven Einsatzdienst verabschiedeten.

Es war Zufall, dass es mit Dieter Schmidt und Manfred Pohle (beide Ortsfeuerwehr Peißen) gerade zwei Feuerwehrleute aus einer der jüngsten Landsberger Ortschaften waren, die in den Genuss der 2010 vom Landsberger Stadtrat verabschiedeten Einmalzahlung einer Feuerwehrrente kamen. "Die Stadträte standen damals geschlossen hinter der Entscheidung", verriet Steffen Müller in seiner Ansprache und fügte hinzu: "Das zeigt, wie enorm wichtig die ehrenamtliche Tätigkeit der Kameradinnen und Kameraden für die Sicherheit unserer Stadt und der hier lebenden Menschen ist." Dieter Schmidt und Manfred Pohle erhielten als regulär mit dem 65. Geburtstag aus dem aktiven Dienst scheidende Kameraden jeweils eine Einmalzahlung von 5.000 Euro überreicht. Das Geld stammt aus einem zu diesem Zweck von der Stadt Landsberg angelegten Fonds.

Stadtfeuerwehrleiter Uwe Sperling verwies in seiner Einführungsansprache auf die gemeisterten und noch kommenden Herausforderungen, denen man mit effizienten Strukturen und vereinten Kräften begegnete und begegnen wird: So gab es auch 2012 besonders harte Einsätze mit teilweise tragischen Personenschäden zu bewältigen, zugleich kämpfte man mit Vorwürfen zu häufiger Sirenenalarmierung und dem Einsatz des Martinshorns. Zu den kommenden Herausforderungen gehören neben der weiteren Einführung des Digitalfunks auch die Pläne des Landkreises Saalekreis, eine zentrale Leitstelle in Blösien (am Geiseltalsee) einzurichten. Wie intensiv dies diskutiert wird, zeigt eine aktuelle Entwicklung, die seit Montag, 13. Mai 2013 auch eine gemeinsame Leitstelle in der Stadt Halle wieder ins Gespräch bringt. Laut einem Pressebericht der Mitteldeutschen Zeitung gab es hierzu Gespräche des halleschen Stadtoberhauptes Bernd Wiegand mit Landrat Frank Bannert.

Eine weitere Herausforderung ist der Fuhrpark der Stadtfeuerwehr: "Das jüngste Fahrzeug ist 13, das älteste 49 Jahre alt", verriet Uwe Sperling. Damit sei man zwar in keiner akuten Notlage, doch bestehe in den kommenden Jahren Handlungsbedarf in Sachen Verjüngung der 38 Fahrzeuge zählenden Rettungsflotte. Wie wichtig dies ist, zeigen die Einsatzbereiche der Stadtfeuerwehr in dem 125 km² großen Stadtgebiet: 15.400 Einwohner, zwei Bundesautobahnen, eine vierspurige Bundesstraße sowie die Industrie- und Gewerbegebiete mit unterschiedlichsten Anforderungsprofilen gilt es abzusichern. Ganze 216 Einsätze standen 2012 laut dem für die Einsätze zuständigen Wehrleiter Carsten Töpe zu Buche: 97 Brände und 99 Hilfeleistungen weisen seine Statistik auf, allein 15 Einsätze gab es auf den Autobahnen zu bewältigen.

Über die zahlreichen Einsätze hinaus braucht es dazu eine fundierte Ausbildung: Um die Koordination dieser für die 2012 direkt in den Aufgabenbereich der Stadtfeuerwehr gerückten Aufgabe kümmert sich Wehrleiter Marcus Sägling. Mit 14 neuen Kameradinnen und Kameraden war die Zahl der Erstausgebildeten 2012 erfreulich, insbesondere weil unter diesen 8 Frauen sind, die in den aktiven Dienst eintraten. Abschnittsleiter Matthias Thörel hatte schon länger gefordert, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen – "wir fangen damit an", meinte Marcus Sägling in seinem Tätigkeitsbericht zuversichtlich. Zu kämpfen habe man jedoch mit der höheren Ausbildung. Während der Bedarf an Laufbahn-Qualifizierungen, Spezialausbildungen und Geräteschulungen anhaltend hoch sei, gebe es auf Kreis- und Landesebene immer noch zu wenige Schulungsplätze. Der so entstehende Ausbildungsstau sei angesichts der gewachsenen Aufgaben schwer zu kompensieren.

Etwas besser sieht die Lage in der Jugendarbeit aus: Insgesamt 50 Mitglieder weisen die Jugendfeuerwehren auf (davon 20 Mädchen). 32 Mitglieder werden in der Kinderfeuerwehr spielerisch an die Arbeit der freiwilligen Helfer herangeführt. Auch 2013 wird es wieder ein Jugendfeuerwehrlager geben. Dennoch bleibt es schwierig, genügend Jugendliche zu gewinnen, an die Arbeit der Feuerwehr heranzuführen und diese nach der Schule, wenn womöglich Studium oder Arbeitsplätze in anderen Gemeinden oder Bundesländern locken, auch zu halten.

Höhepunkte der Beförderungs- und Ehrungsrunde 2013 waren die Ernennung des Oppiner Wehrleiters Sascha Heyer zum Brandmeister sowie das 60-jährige Zugehörigkeits-Jubiläum der Kameraden Heinz Scheibe und Wolfgang Jecht (links im Bild). Auch Abschnittsleiter Matthias Thörel hatte zwei Schutzengel als Symbol für den selbstlosen Einsatz aller Kameradinnen und Kameraden der Stadtfeuerwehr Landsberg im Gepäck, die er stellvertretend an zwei der Anwesenden verlieh. Eine weitere Runde speziell für die Feuerwehr Spickendorf wird es zu deren Festveranstaltung zum 85-jährigen Jubiläum der Ortsfeuerwehr am 1. Juni 2013 geben.