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Landsberger Umgebung

Der Gützer Teufelsstein
(Die Sage vom Wurf nach der Landsberger Kapelle)

Nach der Abendmesse in der Klosterkirche auf dem Petersberg, ging ein Mönch allein auf die Spitze des Berges und schaute zufrieden Richtung Osten, wo drüben auf der Burg Landsberg der Bau der Kapelle fast beendet war. Gerade als der Mond hinter der Burg hervorbrach, stand plötzlich der Teufel neben ihm. Dieser hatte sich seit dem Klosterbau in den Berg zurückgezogen. Nun war er wieder hervorgekommen und hielt einen großen Felsbrocken in der Hand. "Mönchlein, Mönchlein", sprach der Teufel, "freue dich nicht zu früh! Mit diesem Steine werde ich das Kirchlein zerschmettern. Willst du es erhalten, so verschreibe mir deine Seele." - "Gern opfere ich mich für die Kapelle". erwiderte der Mönch, "aber ich weiß, das du nicht die Macht haben wirst, ein so gottgewolltes Werk zu zerstören." - "Was gilt´s," entgegnete der Teufel, "ehe du drei Vaterunser gesprochen hast, ist meine Arbeit vollendet." - "Es sei", sprach der Mönch. Der Teufel nahm Anlauf und holte zum Wurfe aus. Schon sauste der Stein auf die Kapelle zu. Der Mönch aber sprach nicht das ganze Gebet, sondern schnell nur die Worte: "Vaterunser, Vaterunser, Vaterunser, Amen." Mit dem "Amen" verlor der fliegende Stein seine Kraft und stürzte kurz vor dem Ziel, in der Nähe des Ortes Piltitz, zur Erde. Der betrogene Teufel aber, der mit dem Sprechen des ganzen Vaterunsers gerechnet hatte, verschwand voller Scham wieder im Berg. Seit dieser Zeit steht die Kapelle auf dem Landsberg unangefochten, obwohl die Burg längst in Trümmern liegt. Der Felsbrocken aber heißt im Volksmund noch heute Piltitzer Teufelsstein.


Der Gützer Teufelsstein

Dorfkirche "St.Anna und St.Katharina" Gütz
(um 1280 / 18. und 19. Jahrhundert)

Die Bausubstanz des Kirchenschiffes und des Turmschaftes ist romanischen Ursprungs, vermutlich um 1280. Wie Brühl schreibt, wurde die Kirche als "feste Wehrkirche" auf dem Standort einer slawischen Wasserburg erbaut. Die Kirche besteht aus einem Schiff mit Westquerturm und eingezogenem Chor mit dreiseitigem Schluß. Die im Kern romanische Kirche, mit spätgotischem Chor, wurde im 18. und späten 19. Jahrhundert durchgreifend verändert. Der Glockenturm ist neugotisch. Das verputzte Holztonnengewölbe und die Hufeisenemporen stammen aus dem späten 18. Jahrhundert. Mit dem Bau der leider zerstörten Orgel wurde 1779 begonnen. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche aufgegeben und verfiel durch Vandalismus und bauliche Vernachlässigung. 1992 wurde der Turm im Rahmen des Modellvorhabens "Sanierung Stadt Landsberg" umfassend instandgesetzt und saniert. Seit Februar 1997 bemüht sich der Förderverein Gützer Kirche e.V., die Kirche vor dem entgültigen Verfall zu bewahren, sie wieder aufzubauen und einer vielfältigen Nutzung zuzuführen. (Dehio/Brühl).




Kirche
"St.Anna und St.Katharina"
Dorfkirche Gollma
(15. / 18.Jahrhundert)

Das Patrozinium der Gollmaer Kirche ist nicht mehr bekannt. Der heutige Kirchenbau entstammt nach Ansicht Kutschers dem 13./14. Jahrhundert. Dehio datiert die ältesten Teile der Kirche in das Jahr 1471. Die erste urkundliche Erwähnung der Gollmaer Kirche liegt aus dem Jahre 1275 vor, als der Markgraf Dietrich der Weise von Landsberg das Patronatsrecht an das Petersbergkloster abtrat. Im Jahre 1331 war Gollma einer von vier Erzpriestersitzen im Archidiakonat Halle.

Die Kirche besteht aus einem Schiff mit quadratischem Westturm und eingezogenem Chor mit 5/8 Schluß aus dem Jahre 1741. Der Chor ist im Kern wohl von 1471. Am Schiff befindet sich ein barockes Portal mit Allianzwappenkartusche und Patronatsloge im Norden. An der Ostwand des Chores gibt es ein Kreuzigungsrelief aus dem Jahre 1471. Die Flachdecke im Inneren ist schlicht stuckiert. Zur Ausstattung der Erbauungszeit gehören weiterhin: ein hölzerner Kanzelaltar, flankiert von korinthischen Säulenpaaren, auf dem Schalldeckel die Figur des Auferstandenen, auf dem Gebälk Moses und Johannes der Täufer sowie ein hölzernes Taufgestell mit einer Flammenurne auf dem Deckel. An den Chorwänden vorragende Patronatslogen mit wappenbesetzten Brüstungen. Diese sind ebenfalls der Entstehungszeit der Kirche zuzuordnen. (Dehio/Kutscher)

Aktuelle Informationen finden Sie auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Gollma !

 

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