Stadt Landsberg und Verwaltungsgemeinschaft Östlicher Saalkreis + Doppelkapelle
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Doppelkapelle

Weithin sichtbar steht die romanische Doppelkapelle auf der Porphyrkuppe in der Stadt Landsberg. Sie war Burgkapelle der Residenzburg der Markgrafen der sächsischen Ostmark und ist markantester Zeuge mittelalterlicher Geschichte Landsbergs. Größe und Bedeutung der Kapelle lassen auf den Stellenwert der ehemaligen Burganlage schließen.
Die Doppelkapelle ist eine Form der Herrschaftskirche und man findet sie an Domen, in Burgen und Königs- sowie Bischofspfalzen der Salier und Staufer. Die wesentlichsten Merkmale des Bauprinzips sind der Zentralgrundriß, das Vierstützensystem mit dem "Raumschacht" und separate Zugänge in die Kapellenräume. Das Ziel war die räumliche Ständetrennung.

Insgesamt 30 Bauwerke dieser Art sind bekannt, einige nur als Reste oder aus der Überlieferung. Die Landsberger Doppelkapelle gehört bei einer vergleichenden Bewertung auf die vorderen Ränge. Sie ist eine der größten erhaltenen Doppelkapellen, wird als "besonders  e d l e Anlage" bezeichnet und weist den originalen Baukörper auf.

"Umso erstaunlicher, daß trotzdem der Architekt einen Raumcharakter zu schaffen vermochte, der das Wesen des Doppelkapellenraumes vorzüglich trifft, ja der           e i n e n   d e r   s c h ö n s t e n   unter den Doppelkapellen   ü b e r h a u p t   darstellt" (O.Schürer - Kunsthistoriker, 1929). 

Chronologie zur Geschichte der Landsberger Doppelkapelle und Burganlage
 
  
 1136  

Stiftung einer Augustinerabtei durch Konrad von Wettin, Markgraf zu Meißen aus Anlaß der Belehnung mit der Mark Lausitz (sächsische Ostmark). Es entsteht eine kleine dreischiffige Basilika mit doppelter Westturmanlage, wohl auch die notwendigen Nebengebäude.

1156

Aufhebung dieser Stiftung als Rechtsgröße und Inkorporation in das Augustinerchorherrenstift auf dem Petersberg bei Halle

1161

"Wettinische Länderteilung" durch Markgraf Konrad von Wettin im Kloster auf dem Petersberg Dietrich (der zweite Sohn Konrads) erhält das Osterland und die Lausitz.

1185

Dietrich stirbt erbenlos, sein jüngerer Bruder Dedo von Rochlitz und Groitzsch erwirbt die sächsische Ostmark von Kaiser Friedrich I. und die Patronatsrechte an der Stiftskirche. Sie ist nun wettinische Eigenkirche.

1190

Markgraf Dedo (der Feiste) stirbt, als er sich das überschüssige Bauchfett operativ entfernen läßt. Konrad, der älteste Sohn Dedos, wird mit dem Markgrafenamt belehnt. 1195 Aufhebung der Mark Meißen durch Kaiser Heinrich VI., Konrad von Landsberg wird ranghöchster Markgraf im sächsischen Raum und "Ältester" im Hause Wettin.

1195 - 1200

Umgestaltung der Basilika zur Doppelkapelle

1210

Markgraf Konrad von Landsberg stirbt erbenlos. Dietrich, Markgraf von Meißen, wird mit der sächsischen Ostmark belehnt, es gibt nun keinen eigenständigen Markgraf der Lausitz mehr.

1261 - 1291

Bildung des wettinischen Territorialfürstentums "Markgrafschaft Landsberg" in Folge des Untergangs der Staufer.

1291

"Mark" und "Fürstentum" Landsberg in der Hand der Askanier (Markgrafen von Brandenburg und Landsberg)

1320 - 1350 

Auseinandersetzungen um das Fürstentum Landsberg

1354

Albrecht Schenk von Landsberg (reichsunmittelbarer Burggraf) ist Herr der Herrschaft Landsberg.

1507

Klagebrief des Schenken Otto, Herr zu Landsberg an die Herzöge von Mecklenburg, dass ihm die sächsischen Herzöge das Kaufgeld für die Herrschaft Biberstein schuldig geblieben sind.

1508

Rechtsstreit und Fehde des Schenken Otto gegen die sächsischen Herzöge.

1509

Verhängung der Reichsacht über den Schenken durch die sächsischen Herzöge in Mühlhausen.

1514 - 1515

Zerstörung der Reichsburg Landsberg durch die sächsischen Herzöge als Vollstreckung der Reichsacht. Ausbau der wettinischen Hausmacht.

1546

Martin Luther übernachtet am 24. Januar auf seiner letzten Reise von Wittenberg nach Eisleben in der Doppelkapelle.

1659

Dacheinsturz bei einem heftigen Unwetter.

1662

Ein neuer Dachstuhl wird aufgesetzt und eine völlige Instandsetzung durch Herzog Christian von Sachsen - Merseburg veranlaßt.

1734

Instandsetzung der Kapelle durch Herzog Heinrich zu Sachsen (H.H.Z.S.1734 in der Wetterfahne)

1928 - 1930

Grundinstandsetzung 

 

Dauerausstellung:

Die Ausstellung in der Doppelkapelle informiert über die frühe Siedlungsgeschichte der Region, die Ausgrabungen zur slawischen Burganlage, die Geschichte der mittelalterlichen Burg und die Markgrafen von Landsberg. Ein Modell der Burg und eine Fotoausstellung zum Thema Doppelkapellen komplettieren die Exposition. 

Taufen, Konfirmationen und Trauungen in der Doppelkapelle:

nach Vorabsprache mit dem ev. Pfarramt, Telefon (03 46 02)  20 330 und dem Museum, Telefon (03 46 02)  20 690 

 

 

Blick auf die
Doppelkapelle

Doppelkapelle Foto: Gunter George

 

 

 

 


Adresse:

Doppelkapelle und Museum
Hillerstraße 8
06188 Landsberg (Saalkreis)
Telefon (03 46 02)  20 690
Fax (03 46 02)  48 741

 


Ansprechpartner:

Frau Inge Fricke (Leiterin)
Herr Gunter George (Mitarbeiter)

 


Öffnungszeiten:

Mai - Oktober
Montag - Freitag:
nach Vereinbarung
Samstag:
15 Uhr Führung
und nach Vereinbarung
Sonntag:
11 und 15* Uhr Führungen
und nach Vereinbarung

(*bei Konzert um 15 Uhr, Führung erst im Anschluss)

November - April
werktags nach Vereinbarung


Eintrittspreise:

Erwachsene 2,00 Euro
Ermäßigt 1,00 Euro
Kinder 0,50 Euro

 

Nordportal

 

Die Unterkapelle
nach Osten

 

Mauritius, Martin und
Antonius im Mittelteil
des Altars

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